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Allgäuer Anzeigeblatt

Allgäuer Zeitung

Dienstag, 24. Oktober 2017
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
28.02.2017

Funkenfeuer erhellen die Nacht

Oberallgäu (ex).
Als Funkensonntag wird der erste Sonntag nach Aschermittwoch bezeichnet, der die Fastnachtszeit beendet und zugleich der erste Sonntag der Fastenzeit ist. An diesem Tag soll nach einem alten alemannischen Brauch durch ein Funkenfeuer der Winter ausgetrieben werden.

Für den Funkenbau wird traditionell am Faschingsdienstag die Funkentanne geschlagen, die vielerorts auf einer Anhöhe aufgestellt wird. Um sie herum werden Holz und alte Christbäume geschichtet, die den Scheiterhaufen verdichten sollen. Auf der Spitze thront die sogenannte Funkenhexe, die von den Dorfbewohnern aus einer Strohpuppe gefertigt wurde. In der Nacht auf Sonntag passt eine Funkenwache auf, dass der Funken nicht von der Konkurrenz aus den Nachbardörfern entzündet wird. In geselliger Runde werden am Sonntagabend bei Einbruch der Dämmerung die Funken angezündet. Bis zum Highlight, dem Abbrennen der Hexenpuppe als symbolische Verabschiedung des Winters und Vertreibung der bösen Geister, wird Glühwein getrunken und die süßen Funken-Kiechla verspeist.
Fastenzeit beginnt
Die Verbrennung einer Hexenpuppe hat nichts mit den Hexenverbrennungen der frühen Neuzeit zu tun, sondern ist erst im 19. Jahrhundert in Anlehnung an die Fastenzeit entstanden. Dorfbevölkerung und Gäs­te genießen dieses Brauchtum gleichermaßen, das dem Allgäuer Nachthimmel eine ­romantische Note verleiht.

Mehr Infos dazu und die genauen Standorte finden Sie im Innenteil des extra sowie auf den Internetseiten.
Foto: Günter Jansen

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