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Allgäuer Anzeigeblatt

Allgäuer Zeitung

Sonntag, 20. September 2020
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
23.06.2020

Wie Smartphones
vor Corona warnen

Oberallgäu (isi).
Der Aufwand für den einzelnen ist klein, die Chance für die Gesellschaft groß: Die Corona-Warn-App kann helfen, Ansteckungsgefahren zu reduzieren und daher zum wichtigen Baustein in der Bekämpfung der Pandemie werden. Die App zu bedienen ist einfach.

ie Installation und Nutzung klappt ebenfalls problemlos. Die entscheidende Funktion ist die Berechnung des Ansteckungsrisikos. Wie das funktioniert? Die App zeichnet den Abstand und die Dauer von Kontakten auf. Sie „merkt sich“ auch die verstrichene Zeit seit dem Kontakt und berechnet so das individuelle Ansteckungsrisiko. Den Abstand misst das Gerät über Bluetooth. Die Weltgesundheitsorganisation stuft Kontakte ab 15 Minuten mit einem Abstand von einem Meter zueinander also problematisch ein.

Von der Weide auf den Teller

Bad Hindelang (isi).
Auf die Frage, woher das Fleisch in der Theke stammt, öffnet Mathias Endrass die Haustür und zeigt auf eine Weide am Berg. Der einzige Fleischsommelier Schwabens ist einer von vielen Metzgern im Allgäu, die sehen, wo die Kühe, die sie schlachten, aufgewachsen sind. Der Kunde erfährt aus erster Hand, woher die Produkte stammen. Ein hohes Gut, gerade zu Zeiten, in denen nicht mehr nur das Wasser im Munde zusammenläuft, wenn Grillfleisch auf der Speisekarte steht, sondern sich auch die Sorge im Kopf breitmacht: Wo kommt das Fleisch überhaupt her?

Große Schlachthöfe Deutschlands entwickeln sich derzeit zu Corona Hot-Spots. Hunderte Mitarbeiter haben sich an jenen Arbeitsplätzen infiziert. Mathias Endrass überrascht das nicht: „Ist doch klar, dass sich unter den Bedingungen, die dort herrschen, Erreger schnell verbreiten.“ Saisonarbeiter aus Osteuropa wohnen teils auf engem Raum in Sammelunterkünften. In manchen Schlachthöfen wurden Verstöße gegen Hygienemaßnahmen festgestellt. Die Verbraucher sind verunsichert: Was passiert, wenn ein Mitarbeiter auf das Fleisch hustet und dieses danach verkauft wird? Geht eine Ansteckungsgefahr davon aus? Aufschluss auf die Herkunft des Produktes gibt übrigens lediglich eine Nummer, die anzeigt, wo das Tier geboren, gemästet und geschlachtet wurde.
Der Allgäuer Metzger Mathias Endrass spricht in unserem Gespräch auch offen über die Schlachtung. Der Tiertransport entfällt bei ihm beispielsweise komplett. Das erspart den Tieren Stress. Im Oberallgäu ist einer wie Mathias Endrass kein Einzelfall. Dort gibt es sie noch. Die Metzger, die wohlschmeckendes Fleisch von heimischen Kühen anbieten. Der Kunde also entscheidet selbst, wo er kauft und wen er unterstützt.

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