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Allgäuer Zeitung

Sonntag, 16. Dezember 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
08.03.2006

Oropax bei der Siegerehrung

Von Veronika Krull
Sonthofen - „Was macht die Markthalle? Ist die noch nicht eingestürzt?“ Theo Rössert liebt direkte Fragen. Bürgermeister Hubert Buhl, leicht verblüfft, versicherte flugs, dass sämtliche Gebäude der Stadt überprüft würden. Einig waren sich beide Herren, dass Schneemengen, wie sie dieser Tage vom Himmel fallen, keinesfalls ungewöhnlich sind. Zwei bis drei Meter waren früher doch normal, erinnert sich Rössert, der das Sonthofer Stadtoberhaupt zu einem Gratulationsstündchen empfing: Der ehemalige Landrat feierte seinen 90. Geburtstag.

Das Geschehen in und um Sonthofen herum verfolgt der überaus rüstige Jubilar sehr genau: „Da komme ich schon noch mit“, verriet er dem staunenden Bürgermeister. Der nahezu erblindete Altlandrat hört fleißig Radio oder lässt sich aus der Tageszeitung vorlesen. Dass Sonthofen zur Alpenstadt gewählt worden ist, sei „großartig“, lobt Rössert und freut sich, dass damit „Leben in die Stadt reinkommt“. Manchmal sogar so viel, schmunzelt Rössert, dass er auf Oropax zurückgreifen müsse. Als etwa vom nahe gelegenen Rathausplatz die Siegerehrung beim Weltcup recht lautstark über die Bühne ging.
Rössert wohnt seit dem Tod seiner „fantastischen“ Frau, mit der er 64 Jahre verheiratet gewesen war, in der Distriktspitalstiftung mitten in Sonthofen, wo er sich „gut versorgt“ fühlt. Auch seine Eltern, erinnert sich der gebürtige Bamberger, hätten hier ihren Lebensabend genossen. Seine Kindheit verbrachte Rössert in München. Nach dem Abitur ging’s zur Wehrmacht, 1941 wurde er verwundet. Gemeinsam mit seiner Frau Annelies studierte er Jura zunächst in Berlin, bis dort die Bomben fielen und die Universität zerstört wurde. Das Paar setzte sein Studium in Erlangen fort. 1948 kam Rössert als junger Assessor nach Sonthofen.
Dort gefiel es dem jungen Mann, der das Leben in Großstädten gewohnt war, aber sehr gut: Nach den Bombennächten und der Flucht sei ihm Sonthofen wie ein Refugium erschienen, blickt Rössert dankbar zurück. Außerdem war ihm die Gegend nicht unbekannt - eine Zeitlang war er in Kempten stationiert gewesen. Am Allgäu gefallen ihm die Landschaft - „alpin, aber nicht übertrieben“ - und vor allem der Menschenschlag: „zupackend, maßvoll und zielstrebig zugleich“.
Acht Jahre wirkte Rössert als Landrat, von 1970 bis 1978. In diese Zeit fiel auch der Zusammenschluss der Altlandkreise Kempten und Sonthofen zum neuen Landkreis Oberallgäu (siehe Allgäu-Rundschau). Neben seinem Beruf war Rössert lange Jahre auch in verschiedenen Funktionen im Kreis tätig - unter anderem als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse. Kaum verwunderlich, dass sich an seinem Ehrentag die Gratulanten die Klinke in die Hand geben, allen voran der jetzige Landrat Gebhard Kaiser.
Und wenn der Rummel um seinen außergewöhnlichen Geburtstag abgeklungen ist, freut sich Rössert, wieder in Ruhe auf seinem Sofa, dem „Kommandostand“, sitzen zu können, über dem großformatige Gemälde von seiner Frau und seinen beiden Kindern hängen. Dann hat er Zeit, seinen Hobbys zu frönen: Musik zu hören aus dem Radio oder von den CDs, Klassik, Glenn Miller und auch moderne Musik, aber ein „bissl gedämpft“.

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