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Samstag, 17. November 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
30.06.2008

Diskussion um Hohe Brücke strebt zu neuen Ufern

Blaichach-Gunzesried | pts | Zu neuen Ufern! So wird es wohl in der Diskussion um Abriss oder Erhalt der vermutlich ältesten noch funktionsfähigen Stahlbetonbrücke Deutschlands kommen. Das 107 Jahre alte Bauwerk mit dem Namen „Hohe Brücke“ steht im Blaichacher Ortsteil Gunzesried und ist seit Monaten Thema der Gemeindepolitik.


Nach einer sich abzeichnenden Neuentwicklung mit dem stark sanierungsbedürftigen Übergang über die Gunzesrieder Ache bleibt der Gemeinderat zwar prinzipiell bei seinem Beschluss, einen 1,5 Millionen Euro teuren Neubau der wichtigen Seitental-Verbindung zu bevorzugen (wir berichteten). Doch wird dem Landesdenkmalamt zugleich im übertragenen Sinne eine Brücke gebaut. Wenn von dort zusätzlicher Gelder fließen, will der kommunale Bauherr dem Erhalt des Industrie-Objekts aus dem frühen 20. Jahrhundert nicht im Wege stehen.

Aus Schattendasein gerückt

Bürgermeister Otto Steiger berichtete in der Ratssitzung, dass die Überlegungen eine Wende genommen haben. Das Bauwerk, das jahrzehntelang regional und überregional ein Schattendasein führte, ist inzwischen bereits in die Denkmalliste aufgenommen worden und soll als Industrie-Denkmal unter besondere Obhut gestellt werden. Ein Abriss wäre dann nicht mehr möglich.

Denkmalamt und der beauftragte Blaichacher Planer haben sich nun eine neue Variante ausgedacht. Danach soll das in den 60er-Jahren ummantelte und verstärkte Bauwerk zunächst in seinen Stahlbeton-Urzustand zurückversetzt werden und dann so generalüberholt werden, dass auch schwerste Fahrzeuge zur Gunzesrieder Säge passieren können. Die Kosten dafür wurden von Steiger auf 1,7 Millionen Euro beziffert.

Ein Neubau würde lediglich 1,5 Millionen kosten. Während der Sanierungsphase muss eine Behelfsbrücke installiert werden.

Auch wenn sich verschiedene Gemeinderäte doch arg misstrauisch gegenüber dem Denkmalamt äußerten, will man nicht alle Brücken des Dialogs hinter sich abbrechen. Bislang gibt es zwar noch keine konkrete Darlegung, ob die Behörde für den Schutz des historisch wertvollen Bauwerks außerhalb der Planung Gelder bereitstellt. „Auf die Gemeinde dürfen keine Mehrkosten zukommen“, hielt Rathaus-Chef Steiger fest und spielte damit den Ball an die Behörde weiter.

Nachdem im Beschluss noch einmal der Wille nach einem Neubau bekräftigt wird, konnte das Gremium der Formulierung durch den Bürgermeister einhellig beipflichten, nicht grundsätzlich gegen einen Erhalt des Bauwerks zu sein.


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