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Samstag, 17. November 2018
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
19.11.2008

Tragfähige Brückenlösung noch nicht zementiert

Blaichach-Gunzesried l mbä l Eine tragfähige Zukunft für die vermutlich älteste Stahlbetonbrücke Deutschlands ist noch immer nicht zementiert. Es geht darum, wer für die Sanierung der Hohen Brücke im Blaichacher Ortsteil Gunzesried welchen Kostenanteil übernimmt. Jetzt will die Gemeinde Blaichach, wie jüngst im Rat beschlossen, durch eine Vorplanung eine exakte Übersicht erhalten, was der von Denkmalschützern geforderte Erhalt des Industrie-Denkmals kostet. Das Kommunalparlament war bisher eher für einen Abriss der Brücke über die Gunzesrieder Ache und für einen Neubau (wir berichteten).


Knackpunkt sind die denkmalpflegerischen Mehrkosten in Höhe von 411000 Euro, die bei einer Sanierung auf die Kommune zukämen. Nachdem die Regierung von Schwaben bereits eine 65-prozentige Förderung des Projekts in Aussicht gestellt hatte, signalisierte der bis Oktober noch amtierende Wissenschaftsminister Thomas Goppel dem Blaichacher Bürgermeister Otto Steiger eine Denkmalschutz-Beihilfe in Höhe von 330000 Euro.

Eine konkrete Zusage ist allerdings erst nach einer detaillierten Kostenschätzung möglich. Aus diesem Grund erteilte das Gremium den Auftrag an einen Fachmann, eine detaillierte Rechnung zu erstellen, deren Ergebnis noch in diesem Monat erwartet wird.

Immerhin beauftragten die Kommunalpolitiker zugleich zwei Unternehmen, darunter die heimische Firma Buchelt, eine Behelfsbrücke zu bauen. Das Provisorium wird sowohl bei einer Sanierung als auch bei einem möglichen Neubau benötigt. Mit knapp einer halben Million Euro kommt der Behelf aber erheblich teurer als ursprünglich gedacht. Das liegt laut einem Gutachter daran, dass der Baugrund weniger stabil ist als gemäß früherer Berechnungen. Das Fundament am labilen Hang muss besser gesichert werden. Auch die neu zu verlegenden Leitungen für Abwasser und Strom sowie das Brückengeländer verteuern sich. Angesichts dieser Vorleistungen muss mit einem Mehraufwand von 27 Prozent gerechnet werden. Das sind rund 100000 Euro

Das Fundament für die Behelfsbrücke soll noch vor Weihnachten fertiggestellt sein. Mit dem eigentlichen Überbau wird erst nach Winterende begonnen. Bis zum 31. Mai muss die Behelfsbrücke laut Bürgermeister Steiger fertig sein. Sie wird eine Breite von drei Meter haben. Weil die Brücke dann nur halbseitig befahren werden kann, ist eine Ampelschaltung vorgesehen.


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